Hybridrasen auf Sportplätzen

Zur Zeit wird wieder vermehrt über Hybridrasen-Systeme diskutiert. Die Idee wurde bereits von Skierde vor 20 Jahren untersucht, damals natürlich mit einem anderen Stand der Technik. Beim heutigen Hybridrasen gibt es zwei hauptsächliche Lösungsansätze.

Armierung der Rasentragschicht
In die Rasentragschicht, RTS genannt, werden Kunstfasern eingemischt. Je nach Hersteller und System zum Teil ca. 6 kg auf 1 m3. Dadurch erhofft man sich einen stabileren Untergrund.


Armierung der Rasennarbe
( und/oder armierte Rasentragschicht) Der 2. Lösungsansatz wäre die Armierung der Rasennarbe. Daher der Begriff Hybridrasen, eine Mischung aus Naturrasen und Kunstrasen.

Beide Gruppen zielen auf eine höhere Belastungsdauer des Rasens ab. Sprich mehr Belastungsstunden pro Woche.

Beim Vergleich zum Naturrasen ist bei der Belastbarkeit die Grenze bei der Grasnarbe gesetzt. Hybridrasen enthält den grösseren Anteil Naturrasen. Dieser hat bei der Belastbarkeit seine natürliche Grenze.

Pflegekosten sparen?
Die Pflegekosten werden sich im Rahmen von den normalen Sportrasenflächen bewegen, also zwischen 6-10 Fr./m2/Jahr.

Sanierung / Folgekosten
Laut einigen Herstellern muss der gesamte Rasen (nur der Naturrasen- Anteil) ausgefräst und neu angesät werden. Dies, weil der Naturrasen sich natürlich etwa 3-5 mm im Jahr aufbaut und die darunter liegende Kunstrasenfaser verschwinden würde. Je nach Hersteller wird das alle 2-4 Jahre der Fall sein. Bei einer Neusaat wird der Platz in den Vegetationsmonaten etwa 8-10 Wochen gesperrt bleiben müssen.

Entsorgung
Ein Nachteil wird besonders bei der armierten Rasentragschicht die Entsorgung in einem späteren Zeitpunkt sein. Nach Herstellerangaben ist der Kunstfaser-Anteil in der RTS im Bereich Inertstoff.

Mehrkosten
Es ist davon auszugehen, dass bei einer armierten RTS etwa 150’000 Fr. Zusatzkosten gegenüber der normalen RTS entstehen.

 

Überlegungen
Wenn man den Hybridrasen mit einem DIN Platz, zum Beispiel mit einer Lavaterr-Rasentragschicht vergleicht, wird die höhere Belastung nur einige Stunden pro Woche höher sein. Sprich vielleicht etwa 3-4 Stunden pro Woche mehr (30 statt 25 Stunden pro Woche, Basis Naturrasen 900 Stunden / Jahr).

  • Falls die Belastung höher ist, wird ein Kunstrasen pro Spielstunde günstiger werden.
  • Die Belastung pro Woche wird sich meist nur aus Trainingsspielen am Abend und Spiele an den Wochenenden ergeben.
  • Die von den Herstellern nach 2-4 Jahren verlangte Sanierung hebt die einige Stunden mutmassliche Mehrbelastung pro Woche wieder auf. Erschwerend kommt hinzu, dass die verlangte Sanierung genau in die Spielsaison fallen wird.
  • Der Baugrund muss standhalten, da Senkungen etc. nur aufwendig korrigiert werden können.
  • Die verwendete Kunstrasenfaser ist dem gleichen Verschleiss wie bei einem Kunstrasen ausgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass der Hybridrasen nach 15 Jahren komplett ausgewechselt werden muss. Die im Hybridrasen eingearbeitete RTS wird ebenfalls Verschleisserscheinungen zeigen. Ein Naturrasen selber hat eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahre.
  • Eine abgespielte Fläche kann nur mittels Nachsaat/Sperrung saniert werden, anstelle Rollrasen in der Spielpause oder nach Spielschluss.
  • Der Hybridrasen hat die gleichen natürlichen Grenzen bezüglich Schnee und gefrorenem Boden wie der Naturrasen.

 

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