Sanden

Besanden von Sportplätzen

Das regelmässige Besanden ist eine der wirkungsvollsten Regenerations- und Bodenpflegemassnahmen auf Naturrasen-Fussballfeldern. Richtig ausgeführt verbessert es die Durchlässigkeit, stabilisiert die Rasentragschicht, reduziert Filz und hilft, die Oberfläche eben und bespielbar zu halten – gerade bei hoher Belastung und in feuchten Perioden.

Wann wird Besanden nötig?

Ein Fussballfeld ruft nach Sand, wenn sich die Rasentragschicht und die Narbe ungünstig entwickeln, z. B. durch:

  • Ungeeignete Korngrössenverteilung der Rasentragschicht (zu viele Feinanteile).

  • Schlechte Wasserdurchlässigkeit (Wasser steht, Platz wird weich)

  • Zu viel organisches Material / Rasenfilz (Filz wirkt wie ein Schwamm und bremst Luft- und Wassertransport, fördert die Oberflächenverdichtung).

  • Bodenunebenheiten / Löcher (Spielqualität und Sicherheit sinken).

  • Feinanteile an der Oberfläche durch Regenwurmhaufen und eingetragene Partikel (Verschlämmung/Verkrustung).

Folgen – was passiert ohne Besandung (Topdressing)?

Wenn Feinanteile und Filz zunehmen, leidet die Funktion der Rasentragschicht:

  • Geringer Gasaustausch → weniger Sauerstoff im Wurzelraum

  • Geringer Wasserabzug → mehr Verdichtung, weniger Nährstofftransport

  • Schwächere Wurzelbildung und geringere Regeneration

  • Geringere Scherfestigkeit → Narbe „schert“ schneller ab (besonders bei Nässe)

  • Weiche Rasentragschicht → Trittschäden, Spurrillen, mehr Sperrungen

  • Eingeschränkter Spielbetrieb (Sicherheit, Bespielbarkeit, Optik)

Ziel der Massnahme – was Sand im Boden wirklich macht

Beim Besanden wird geeigneter, gewaschener Sportplatzsand (kalkarm/Quarz) dünn aufgebracht und in die Narbe eingearbeitet. Dadurch:

  • verbessert sich die Infiltration und Drainage (Wasser kann schneller in die Tiefe)

  • Luft, Wasser und gelöste Nährstoffe werden besser in den Wurzelraum transportiert

  • Filz wird „mineralisiert“, weil Sandkörner den organischen Horizont durchmischen – das unterstützt den biologischen Abbau und hält die Narbe länger offen und durchlässig

  • kleinere Unebenheiten können ausgeglichen werden

Sehr häufig wird das Besanden mit Aerifizieren kombiniert: Der Sand wird dabei gezielt in die Aerifizierlöcher eingeschleppt. Das fördert die Durchlässigkeit dauerhaft und tiefreichend, weil die Sandpfropfen wie vertikale Drainkanäle wirken.

Materialwahl – warum kalkarmer Sand

Siebkurve / Korngrössenverteilung

Der verwitterungsbeständige Sportplatzsand muss zur Rasentragschicht passen und innerhalb definierter Sieblinienbänder liegen. Auch die Kornform spielt eine Rolle: runde Sande haben sich bewährt. Die Korngrösse sollte im Berich von 0/2 mm oder 0/4 mm liegen.

Warum keine kalkreichen Sande

Kalkreiche Sande enthalten viel Calciumcarbonat (CaCO₃) und wirken alkalisch. Der Wert von wasserlöslichem Kalk sollte nicht höher sein als 5 Massenprozent. Besser ist ein Volumen von 3 Massen-%. Das kann den pH-Wert im Oberboden/Wurzelraum anheben. Sportrasen funktioniert zwar in einem breiten Bereich, aber das pH-Optimum liegt eher im schwach sauren bis neutralen Bereich. Bei höherem pH werden Spurennährstoffe (z. B. Eisen, Mangan, Zink) für die Pflanze schlechter verfügbar – das erhöht das Risiko von Mangelbildern und steigert den Pflegeaufwand. Genau deshalb werden in der Rasen-Praxis Quarz- und kalkarme Sande bevorzugt.

Ausbringmenge – praxisübliche Dosierung mit Beispielrechnung

Als leichte, regelmässige Gabe haben sich 3–5 mm pro m² (≈ 3–5 Liter/m²) pro Arbeitsgang bewährt.

Beispiel 7’420 m² Sportrasen:

  • 3 mm: 7’420 m² × 0,003 m = 22,26 m³

  • 5 mm: 7’420 m² × 0,005 m = 37,10 m³

Das entspricht – je nach Feuchte und Schüttdichte um die ca. 33–56 t Sand

In der Praxis wird die Lieferung der Sande auf die Kapazität der einzelnen LKW-Lieferung angepasst. Es besteht auch die Möglichkeit die Sandmenge auf zwei Gaben aufzuteilen. Beispiel: Total 6 mm pro m²/Jahr, in zwei Gaben an je 3 mm/m².

Auf dem Platz – so wird’s sauber und wirksam

  1. Schnitt / Vorbereitung: kurz mähen, Oberfläche frei von Schnittgut.

  2. Sand gleichmässig ausbringen mit Sandstreuer (Tellerstreuer), keine Haufen 

    1. Aerifizieren (sehr häufig empfohlen): schafft Aufnahme- und Transportwege

  3. Verschleppen / Einbürsten:

    • Sand in die Narbe und Aerifizierlöcher einarbeiten

    • leichte Unebenheiten ausbessern

  4. Nachpflege: je nach Wetter wässern, damit sich der Sand gut mit dem Boden verbindet. Das Wasser kann nun durch die Aerfizierlöcher gut in die Tiefe der Rasentragschicht vordringen.

Wie oft pro Jahr?

  • 1 × jährlich kann reichen, wenn konsequent in Regeneration investiert wird und die Belastung moderat ist.

  • 2 × jährlich sind sinnvoll bei sehr weichen/undurchlässigen Plätzen, hohem Filzaufbau, starken Unebenheiten oder hoher Nutzung (z. B. Frühling + Spätsommer/Herbst, abhängig von Betrieb und Wachstum).

Wichtig: lieber regelmässig kleine Gaben als selten „zu viel auf einmal“ – so bleibt die Narbe stabil und wächst zuverlässig durch.

⚽ Fazit

Regelmässiges Besanden mit passendem, kalkarmem Sportplatzsand ist eine Schlüsselmassnahme für einen trockeneren, tragfähigeren und ebeneren Fussballrasen. In Kombination mit Aerifizieren verbessert es die Durchlässigkeit bis in tiefere Schichten, reduziert Filz langfristig und stabilisiert die Oberfläche – damit der Platz auch bei intensiver Nutzung länger sicher bespielbar bleibt.

Trüb für Grün AG, Horgen Sportrasenpflege, Sportplatzbau, Fussballrasen, Rasenpflege, Felix Glättli