Herzrasen 2020

Wir freuen uns, Ihnen die neuste Ausgabe von unserem Magazins Herzrasen bereitstellen zu können.

Spannende Themen wie:

  • Kunstraen verfüllt oder unverfüllt
  • Schlitz- oder Perforationssaat
  • Referenzen

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Einladung zum Sportrasenseminar vom 7. Mai 2020

Das jährliche, traditionelle Fachseminar zur Sportrasenpflege ist die optimale Plattform für Profis der Sportplatzpflege, um sich unter Berufskollegen auszutauschen und neue Lösungsansätze zu diskutieren.

Dies sind die neusten Trends auf dem Sportrasen:

Mikroorganismen, Meeresalgen, Mähroboter und eine sinnvolle Pflege der Nebenflächen. Wie lassen sich diese Punkte zu einem sinnvollen und ganzheitlichen Pflegekonzept zusammenfügen?

Lassen Sie sich von OHS, Trüb für Grün AG, Green Robotics GmbH und Robert Aebi Landtechnik AG inspirieren! Zögern Sie also nicht, melden Sie sich mit dem Antworttalon an und profitieren Sie von diesem interessanten Tag!

Datum:                       Donnerstag, 7. Mai 2020

Anmeldeschluss: Donnerstag, 30. April 2020

Zeit:                            8.30 – ca. 16.30 Uhr

Ort:                             Sportanlage Eschfeld, 6300 Steinhausen

Kosten:                       CHF 120.– / Person inkl. Verpflegung

Auskunft:                  Otto Hauenstein Samen, Andreas Fuhr, 044 879 17 19

Anmeldung-Fachseminar-Sportrasen 2020

Wir freuen uns, Sie am 7. Mai in Steinhausen begrüssen zu dürfen.

Der Rasenfilz

Die Anreicherung organischer Masse an der Bodenoberfläche von Rasenflächen nennt man Rasenfilz. Diese Akkumulation verändert die Eigenschaft der Rasenfläche massgeblich. Der Rasenfilz muss nicht zwangsläufig aus abgestorbenen Blättern bestehen, es können auch abgestorbene Wurzeln oder Ausläufer der Gräser sein.

Der Rasenfilz entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen neuer organischer Masse und deren Abbaurate. Trockenheit oder häufige und starke Bewässerung von Rasenflächen kann tendenziell zu einer höheren Rasenfilzbildung führen, ebenso das Mähen mit dem Roboter ohne Schnittgutaufnahme. Der schlechte Lufthaushalt, der durch Bodenverdichtung beim Fussballspiel zu Stande kommt, kann ein weiterer Grund sein. Die Bodenverdichtung und die Trockenheit schränken die Mikroorganismen in ihrer Tätigkeit ein und haben einen verminderten Abbau von organischer Masse zur Folge. Der Abbau funktioniert nur, wenn der Boden feucht ist und die im Boden lebenden Regenwürmer und Bakterien sich fortbewegen können.

Der Rasenfilz ist unerwünscht, weil:

  • grosser Wasserrückhalt (wie ein Schwamm)
  • Verlust der Strapazierfähigkeit (Scherfestigkeit)
  • geringe Tiefendurchwurzelung
  • vermindert die Widerstandsfähigkeit bei Trockenheit
  • schlechte Wirkung von Übersaaten (kein Bodenkontakt von Saatgut)
  • kein Nährstoffspeicher
  • erhöhte Krankheitsanfälligkeit

Der Rasenfilz kann Wasser speichern wie ein Schwamm. Ein Millimeter Filz speichert einen Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Ist eine 10 mm starke Filzschicht vorhanden, kann bei 10 mm (10 l/m2) Niederschlag gar kein Wasser mehr in den Boden dringen. Alles wird im Filz aufgehalten. Dies hat eine schlechte Wurzelbildung zur Folge und macht den Rasen bei Trockenperioden kaum mehr widerstandsfähig.

Die Gegenmassnahmen sind das Striegeln und das Vertikutieren. Sogar das Aerifizieren mit Hohlspoons hilft den Filz abzubauen, da dieser durchstochen und dadurch wieder besser abgebaut werden kann. Am besten wird Sand in die Aerifizierlöcher eingeschleppt. Dies hält die Durchlässigkeit und den Lufthaushalt aufrecht, die Mikroorganismen können ihre Arbeit erledigen.

Die Häufigkeit der Filzbekämpfung richtet sich nach der Geschwindigkeit vom Filzaufbau. Dies kann zum Beispiel mit einmal vertikutieren pro Jahr genügen. Auf Sportplätzen reden wir oft von 2 – 4 mal striegeln pro Jahr.

Rasenernährung

Die starke Belastung auf Sportplätzen fordert den Gräsern vieles ab. Die Rasengräser  benötigen neben Licht und Wasser natürlich auch Nährstoffe. Mit der optimalen Düngung wird die dichte, dunkelgrüne Grasnarbe gefördert, die Wurzeltiefe verbessert und somit auch die Belastbarkeit gesteigert. Die Hauptnährstoffe, die benötigt werden, sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium. Es werden noch weitere kleinere Mengen an Nährstoffen benötigt, diese nennt man Spurenelemente. Im Merkblatt findet man deren Funktion.

Merkblatt Nährstoffe und ihre Funktion

Wirkung von Rasendünger Trüb für Grün AG

Die Bodenstruktur und das Bodenlebewesen spielen eine entscheidende Rolle für den Nährstoffhaushalt. Auch Luft, Wasser und Wärme muss im Boden vorhanden sein, damit die Mikroorganismen die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar machen können.

Grundsätzlich gilt bei den Nährstoffen das Gesetz vom Minimum. Alle Nährstoffe müssen genügend und vor allem im Verhältnis vorhanden sein. Eine Überdüngung wirkt sich ebenso negativ aus wie eine Unterversorgung. Wer alle 3-5 Jahre eine Bodenprobe entnimmt und diese analysiert, kann bedarfsgerecht düngen.

Gesetz vom Minimum Sportrasenforum Trüb für Grün

Tipp für die Düngung:

  • 3-6 Düngergaben pro Jahr, verteilt auf Ende März bis Oktober
  • Kreuzweise mit der halben Menge auf den frisch gemähten Rasen ausbringen
  • Ausbringen vor Niederschlägen oder danach einwässern
  • Ausbringen bei über 8° Bodentemperatur
  • Als Faustregel gilt 20-40g Reinstickstoff, je nach Platzaufbau und Nutzungsintensität

Instandstellung der Rasenflächen nach Zürifäscht

Das Zürifäscht ist eine der vielen Veranstaltungen, die in der Stadt Zürich rund um das Seebecken statt finden. Die Rasenflächen werden dabei oft arg in Mitleidenschaft gezogen. Da sich diverse Veranstaltungen aneinander reihen, bleibt oft nicht viel Zeit für die Erholung des Rasens. Dieses Jahr haben wir die 12’000 m2 im Arboretum Zürich mit vertikutieren, 75 Tonnen kalkarmen Sand ausbringen, Schlitznachsaat und Tiefenaerifizierung mit Hohlzinken wieder in Schwung gebracht.

Rasensanierung Zürifäscht1

Das Arboretum steht neben den Festen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung, ist deshalb stetig in Gebrauch und einem hohen Nutzerdruck ausgesetzt. Diese Umstände widerspiegeln sich auch bei unseren Regenerationsarbeiten. Die Flächen sind oft nur früh am Morgen frei. Kurz nach unseren Arbeiten nimmt die Bevölkerung das Grün wieder in Beschlag.

Grundsätzlich wird der Rasen im Arboretum nicht bewässert. Hier gibt die Natur die Geschwindigkeit der Regeneration vor. Da Wasser ein entscheidender Faktor für das Wachstum und die Regeneration darstellt, haben wir mit unseren Geräten bei heissem Sommerwetter nachgeholfen. Ziel war es, in kürzester Zeit möglichst viel Wasser auszubringen. Dies geschah zweimal frühmorgens mit total 223’000 Liter Wasser, was ungefähr 18 mm/m2 entspricht.

Rasen wässern im Arboretum Zürich

Wurzelwachstum Rasen

Rund ein Viertel des Bodenvolumens ist oder sollte Luft sein. Denn nicht nur die oberirdischen, sondern auch die unterirdischen Pflanzenteile brauchen Luft.

Die beste Wurzelbildung findet bei 10 – 18°C statt. Bei tieferen und höheren Temperaturen findet viel weniger bis kein Wachstum statt.

Folgende Faktoren beeinflussen die Wurzelbildung:

  • vorhandene Luft im Boden
  • Bodenaktivität
  • Bodentemperatur
  • Wasser
  • Nährstoffe
  • Rasenschnitthöhe

Rasenschintthöhe1.jpgDie Schnitthöhe ist auch ein Faktor, der das Wurzelwachstum beeinflusst. Die Gräser versuchen, zwischen Blatt- und Wurzelmasse ein Gleichgewicht herzustellen. Die Schnitthöhe sollte im Sommer ab Juni 1 – 1.5 cm angehoben werden. Bei mehr Blattmasse (=mehr Photosynthese) können auch mehr und tiefer reichende Wurzeln gebildet werden. So kann sich die Graspflanze bei Trockenperioden sicher länger selber versorgen.

Rasenfibel_Otto Hauenstein Samen_Wassergabe

Stehen längere Trockenperioden an, muss tiefgründig gewässert werden. Das zeigt die folgende Darstellung. Bei Wassergaben von 15 – 20 Liter/m2 wird die Rasentragschicht ca. 15 – 20 cm tief befeuchtet. Mit einem Regenmessbecher oder einer Spatenprobe kann dies überprüft werden.

 

Wurzelwachstum fördern
Bodenbelüftung mit Vertidrain

Der Lufteintrag bei Sportrasen kann mittels aerifizieren wieder verbessert werden. Die stetige Benutzung des Platzes wird den Lufthaushalt im Boden zunehmend wieder verschlechtern. Genügend Bodenlockerungs- und Belüftungsmassnahmen sind demnach einzuplanen.

 

 

 

Dichte Grasnarbe mit Schlitzsaat

Für eine dichte Grasnarbe ist die Übersaat eine sehr wichtige Massnahme. Kahle stellen werden wieder von neuen Grassamen besetzt. Das Unkraut hat so geringere Chancen aufzukommen. Auch bei Rasenflächen mit Poa annua (einjähriges Rispengras) sollte mit neuem guten Saatgut gearbeitet werden. Bei Ausfall von der einjährigen Wiesenrispe haben wir die Chance, dass neue gute Gräser nachkommen. Das Saatgut sollte dabei möglichst in die oberste Schicht der bestehenden Grasnarbe eingebracht werden. Dies geschieht am besten mit der Schlitznachsaatmaschine (Overseeder).

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Die Scheiben, welche in einem Abstand von 3 cm angelegt sind, schneiden eine kleine Kerbe in die Grasnarbe und legen dort den Samen behutsam ab. Der kostbare Samen liegt so am idealsten Ort zur Keimung. Leicht beschattet von den bestehenden Gräsern, geschützt vor Wind und mit direktem Bodenkontakt, hat der Samen beste Voraussetzungen zum Gedeihen.

 Ein positiver Nebeneffekt der schneidenden Scheiben in die Grasnarbe ist, dass die Seitentriebe der Ausläufer treibenden Gräser (Wiesenrispe, Poa pratensis) angeschnitten und dadurch zum Wachstum angeregt werden, was wiederum zu einer dichteren Grasnarbe führt.

Die Übersaat wird in abgespielten Bereichen oder bei schlechter Kombination der bestehenden Rasengräser eingesetzt. Die Häufigkeit richtet sich nach dem Bedeckungsgrad der Grasnarbe und der Gräserzusammensetzung. Idealerweise folgt auf die Nachsaat eine Spielpause, so hat der Samen die Möglichkeit aufzukommen.

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Engerlinge des Junikäfers im Rasen

Die Engerlinge des Junikäfers lieben das trockene Wetter. Gerade im Sommer 2018 hat der Käfer sich stark ausgebreitet. Er frisst die Wurzeln der Gräser ab, es entstehen braune Flecken im Rasen. Die Krähen, der Igel, der Dachs und sogar das Wildschwein graben nach den Engerlingen, welche eine beliebte Nahrungsquelle der Wildtiere darstellen. Gerade dies verursacht weitere, zum Teil enorme, Schäden auf den Sportplätzen.

Die Bekämpfung ist nur biologisch möglich und zwar mit dem Pilz Metarhizium, welcher auf einem sterilisierten Gerstenkorn sitzt. Bringt man diesen Pilz aus, muss anschliessend auf genügend Feuchtigkeit im Boden geachtet werden, so dass er sich ausbreiten kann und nicht vertrocknet. Möglicher Behandlungszeitraum ist März bis Juli und September bis Anfangs Oktober. Der Junikäfer entwickelt sich über zwei Jahre vom Ei zum Käfer und ist nur im Larvenstadium bekämpfbar.

Hier das Datenblatt Junikäfer zum Download:

Datenblatt Engerlinge des Junikäfers