Naturrasenplätze werden so stark beansprucht wie kaum eine andere Sportfläche. Sie sind fast das gesamte Jahr über vielen Stunden pro Woche den Einflüssen von Wind, Wetter und starken Strapazen ausgesetzt. Um sicherzustellen, dass der Fussballplatz das ganze Jahr über optimal genutzt werden kann, ist es wichtig, den Aufbau zu kennen und bei der Pflege auf verschiedene Aspekte zu achten.
Es ist kein Zaubertrick, um die Wasseraufnahme und Durchlässigkeit (Infiltration) bei Regen zu verbessern. Nur Zeit und Ressourcen verbessern die Oberfläche nachhaltig. Deshalb braucht es realistische Erwartungen an das, was erreichbar ist. Verbesserungen sind möglich – und es gibt durch Trüb für Grün Unterstützung.
Was ist das Problem?
Regen- oder Beregnungswasser versickert durch den Boden, wenn im Bodenprofil genügend Porenraum vorhanden ist (Hohlräume, die mit Luft gefüllt sind). Gibt es keinen Porenraum, kann der Boden kein Wasser aufnehmen. Die Folge sind Pfützenbildung/Staunässe an der Oberfläche. Wasserverluste entstehen somit nur durch:
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Verdunstung (nur bei Sonne und/oder Wind)
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Transpiration (nur über die Pflanze, nur bei Wachstum, langsamer Prozess)
Mit der Verdunstung und Transpiration trocknet das Bodenprofil nur sehr langsam ab. Der Boden besteht aus einer Mischung aus Luft, Wasser, Gasen, Mineralpartikeln sowie organischer Substanz (z. B. abgestorbene/ absterbende Grashalme, alten Pflanzenresten). Die Mineralfraktion setzt sich aus Sand, Schluff und Ton zusammen.
Diese Dinge, die das Versickern von Wasser verhindern
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Verdichtung
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Verlust der Grasnarbe / fehlende Bodenbedeckung, keine Transpiration
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Filz, der Wasser zurückhält
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Schwere Böden (ton-/schluffreich)
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Hoher Grundwasserstand
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Geringe Profiltiefe (flacher Bodenaufbau)
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Drainagesysteme funktionieren nicht mehr oder sind nicht effektiv
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Undurchlässige Sperrschichten
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Übernutzung → Verlust der Bodenstruktur
Warum entwässern Profi-Fussballplätze so gut?
Ganz einfach: Ihre Profile sind sanddominiert. Wenn solche Sandprofile gut gemanagt werden, nehmen sie Wasser auf und leiten es schneller durch den Boden ab als ein schwerer, natürlicher Boden. Lehmige Böden halten das Wasser sehr stark zurück. In dieser Hinsicht kann ein Platzwart auf schwerem Boden nicht mit Profi-Niveau konkurrieren – und das muss intern klar kommuniziert werden.
Wichtig: Der Sand, um den es geht, ist nicht normaler Bausand. Der Bausand packt sich bei Nässe zusammen und ist ungeeignet. Gemeint ist Sportplatzsand, ausgewählt nach Körnung, Form und Gleichmässigkeit.
Profiklubs halten durch die regelmässige Pflege (z. B. 2 x pro Monat aerifizieren) den Boden durchlässig, wodurch Verdichtungen regelmässig minimiert werden. Das fördert einen tief verankerten Rasen und eine dichte Verwurzelung. Mit diesen und weiteren Massnahmen macht es den Rasen belastbarer als im Amateurbereich. Es setzt natürlich auch das nötige Budget voraus. Und nicht zuletzt: Viele Profiplätze sind von Anfang an auf gute Entwässerung ausgelegt und entsprechend gebaut.
Erwartungsmanagement richtig einschätzen
Wenn Ihr Platz auf schwerem, natürlichem Boden liegt und schlecht drainiert ist, stehen Sie am Anfang einer Reise – auf der Sie hoffentlich Schritt für Schritt vorankommen. Dabei müssen die Erwartungen von Spielern, Trainern und Funktionären und auch die eigenen Vorstellungen aktiv gemanagt werden. Man kann grosse Fortschritte erzielen – aber es braucht Zeit, Ressourcen und Rückhalt in der Gemeinde oder im Verein.
Was können wir konkret tun, um die Oberflächenentwässerung zu verbessern?
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Aerifizieren: regelmässig mit Voll- oder Hohlmeissel bis ca. 10–15 cm.
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Sanden (Topdressing) mit dem richtigen Material, dadurch wird die Oberflächenebenheit erhalten. Die Besandung stabilisiert die Höhenlage. In Senkungen sammelt sich mehr Wasser an und führt zu Ausfällen bei der Grasnarbe. Empfehlung: Lieber wenig, dafür regelmässig während der Wachstumsphase – und zwingend in der Saisonend-Renovation.
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Tiefenlockerung mit Verti-Drain
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Schlitzlockerung mit Verti-Quake
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Filzabbau: Wenn organisches Material (abgestorbene Pflanzenteile usw.) zunimmt, bildet sich eine Schicht, die wie ein Schwamm wirkt, Feuchtigkeit an der Oberfläche hält den Platz nass. Dies kann mit Striegeln oder Vertikutieren behoben werden. Die Aufnahme der entstandenen organischen Masse ist zwingend.
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Wissen, wann man den Platz schont: Egal welcher Bodentyp – schwere Böden vertragen nicht viel Belastung. Der übermässige Spielbetrieb und schwere Rasenmäher oder Multifunktionsgeräte verringern den Porenraum im Boden. Dies führt unweigerlich zu Bodenverdichtung.
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Kein Walzen: Verdichtet man den Boden, fehlt das Porenvolumen und es entstehen mehr Staunässe und Schmierschichten.
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Weitere Optionen: Einbau von Mikroschlitzen (Drain-Air-Schlitze), Sickerschlitze, oder Drainagen (Sauger- und Sammelleitungen), wenn die oberen Massnahmen nicht ausreichen. Dies muss sorgfältig geprüft werden. Prüfen Sie auch, ob bereits Drainagen vorhanden sind: Gibt es einen Auslauf? Ist er verstopft? Werden die Sickerleitungen in einem regelmässigen Abstand gespült?
Ein jährliches Renovationsprogramm ist entscheidend, um den Oberflächenwasserproblemen möglichst aus dem Wege gehen zu können.
Fazit
Es beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Bodentyp kennen, Zustand bewerten, Verbesserungsmassnahmen und Fördermöglichkeiten kennen und einleiten. Die Niveaus in den Verschleisszonen erhalten – regelmässiges Besanden, plus Saisonend-Renovation. Das Wissen über den eigenen Platz aufbauen, dieses Wissen weitergeben und Erwartungen aktiv managen. Wissen, wann der Platz geschont werden muss – ist oft das Schwierigste, und trotzdem passieren hier die meisten Fehler.



