Engerlinge des Junikäfers im Rasen

Die Engerlinge des Junikäfers lieben das trockene Wetter. Gerade im Sommer 2018 hat der Käfer sich stark ausgebreitet. Er frisst die Wurzeln der Gräser ab, es entstehen braune Flecken im Rasen. Die Krähen, der Igel, der Dachs und sogar das Wildschwein graben nach den Engerlingen, welche eine beliebte Nahrungsquelle der Wildtiere darstellen. Gerade dies verursacht weitere, zum Teil enorme, Schäden auf den Sportplätzen.

Die Bekämpfung ist nur biologisch möglich und zwar mit dem Pilz Metarhizium, welcher auf einem sterilisierten Gerstenkorn sitzt. Bringt man diesen Pilz aus, muss anschliessend auf genügend Feuchtigkeit im Boden geachtet werden, so dass er sich ausbreiten kann und nicht vertrocknet. Möglicher Behandlungszeitraum ist März bis Juli und September bis Anfangs Oktober. Der Junikäfer entwickelt sich über zwei Jahre vom Ei zum Käfer und ist nur im Larvenstadium bekämpfbar.

Hier das Datenblatt Junikäfer zum Download:

Datenblatt Engerlinge des Junikäfers

 

 

 

Schwarzbeinigkeit

Schwarzbeinigkeit im Rasen, im englischen auch Take-all-Patch genannt, verheisst nichts Gutes (auf lateinisch Gaeumannomyces graminis).

Häufig ist die Schwarzbeinigkeit bei Neusaaten anzutreffen. Im Anfangsstadium fallen kleine Stellen auf, wo das Gras dunkelgrün ist und am Boden liegt. Später erscheinen helle Flecken (siehe Bild), die sich allmählich ins bronzefarbene verwandeln. Die Gräser lassen sich einfach herausziehen. Sie zeigen einen dunkelbraunen bis schwarzen Stängelgrund und dunkle Flecken. Die Wurzeln sehen wie abgebrannt aus. Oftmals werden diese entstehenden Lücken in der Grasnarbe von Ungräsern wie Poa annua besetzt.

Ursachen

  • häufige Beregnung mit Wasser mit einem PH Wert über 7
  • Trockenheit macht die Symptome schneller sichtbar
  • Nährstoffmangel oder unausgewogen (Bodenprobe nehmen)
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • sommerliche Temperaturen
  • Bodenverdichtung
  • falscher Sand in der Regeneration (zu hoher PH Wert)

Bekämpfung und Vorbeugung

  • aerifizieren
  • Bewässerungshäufigkeit überdenken
  • bei der Regeneration kalkarmen Rheinsand einsetzen
  • Nährstoffanalyse und Korrekturdüngung
  • Fungizide einsetzen (nach Absprache)

schwarzbeinigkeit

 

Hexenringe

Hexenringe Rasenkrankheiten

Die Hexenringe werden von verschiedenen Basidiomyceten gebildet. Die drei häufigsten Formen, die im Rasen zu sehen sind, vergleiche auch Bild:

  • ringförmige Hutpilze
  • dunkelgrüne Ringe im Rasen
  • ringförmige Kreise mit abgestorbenen Stellen und grünen Rändern

Diese Pilze leben von organischer Substanz im Boden und schädigen den Rasen nicht direkt. Abgestorbene Flächen werden meist durch Trockenheit im Bereich der Wurzelzone der Pilze verursacht.

Faktoren, welche Hexenringe fördern:

  • hoher organischer Anteil im Boden
  • Bodenverdichtung
  • Feuchtigkeit, zum Beispiel durch Rasenfilz
  • ältere Rasenanlagen

Bekämpfung und Vorbeugung:

  • Tiefenlockerung und aerifizieren
  • vertikutieren, striegeln (Filz entfernen)
  • Düngung mit Langzeitdünger
  • Behandlung mit Fungizid (nach Absprache)

hexenringe

Trockenschäden vermeiden und behandeln

Trockenschaden Rasen

Aus der Gerüchteküche:

Ein Rasen verbrennt, wenn man tagsüber wässert. Das stimmt nicht. Gerade bei Neusaaten, Übersaaten und Sanierungen mit Rollrasen ist es unerlässlich. Tipps in Broschüre: Bewässerung. Zwar ist die Bewässerung tagsüber wegen der Verdunstung weniger effizient, aber auch Gräser freuen sich über eine Abkühlung.

Die Bewässerung im Sommer ist eine zentrale Pflegemassnahme. Ausführlich haben wir hier darüber berichtet. Link

Trockenschäden behandeln: Meist wachsen vertrocknete Stellen im Rasen wieder von selber zu.  Auf Sportrasenflächen empfehlen wir ab Ende August, die Flächen kräftig zu striegeln oder zu vertikutieren, aerifizieren und mit einer Regenerationsmischung wie Topsaat Turbo / UFA Regeneration mit 20 gr/m2 nachzusäen. Durch die Trockenheit können weniger tolerante Gräserarten wie Lolium eventuell nicht mehr austreiben, die Gräserzusammensetzung wird somit nachhaltig zum Negativen beeinflusst.  Pflege.

Einige Rasengräser können nicht mehr austreiben, so wird die richtige Zusammensetzung gewährleistet.

rasenstriegel  
Düngung:  Meist ist die Nährstoffversorgung im Juli auf dem unteren Limit. Die Gefahr von Rotspitzigkeit steigt. Zudem sind unterversorgte Rasengräser anfälliger auf Hitze und Trockenstress. Wir empfehlen daher, die Düngergabe zu halbieren und Ende August den Rest auszubringen.
Mähen: Ohne Spielbetrieb nicht zu tief mähen, lassen Sie die Mähhöhe ruhig auf 45-55mm. Vor dem Betrieb langsam stufenweise wieder tiefer mähen.
Sommerfusarium: Achten Sie bei der Hitze und der Bewässerung auf Sommerfusarium.

Pythium / Wurzelfäule im Rasen

Pythium Rasenpliz

Pythium ist eine Wurzel- und Blattfäule, eine typische Stresskrankheit im Rasen während den Sommermonaten.

pythium
pythium rasen

Ursachen

  • lange Feuchtigkeit im Rasen durch die Bewässerungsanlage, Regen oder Tau, siehe richtige Bewässerung im Sommer
  • Wärme und Hitze, mit hohen Nachttemperaturen
  • hohe Bodentemperatur (Sommer)
  • zu hohe Düngergaben, insbesondere zu viel Stickstoff und Kalimangel

Erkennen

Siehe Bilder: Anfänglich sieht es wie ein Trockenschaden aus, zum Teil leicht bläulich. Die Gräser bleiben meist liegen, gut erkennbar an den Spuren nach dem Mähen. Auffällig an einzelnen Stellen, deren Flächen schnell grösser werden, besser sichtbar, wenn Sie den Rasen aus einer weiteren Distanz betrachten.

Bekämpfung

  • Bewässerung sofort anpassen, Intervalle verlängern  Link
  • darauf achten, dass der Rasen trocken in die Nacht geht
  • evtl. Mähhöhe senken, damit Rasen schneller abtrocknet (Achtung = Verbrennungsgefahr!)
  • Im Herbst und Frühjahr striegeln (nicht im Hochsommer)
  • chemische Bekämpfung möglich

Aktuell im Moment sind Rotspitzigkeit, Dollarspot, Pythium und Sommerfusarium.

Alle Rasenkrankheiten bei Themen

Dollarspot schleicht sich an

Dollarspot

DollarspotDie Dollarflecken-Krankheit ist eine Rasenkrankheit, die zwischen Frühjahr und Herbst auf allen Rasenflächen auftreten kann. Sie wird durch den Pilz Sclerotinia homoeocarpa verursacht. Die hellen, bleichen Flecken grenzen sich scharf ab. Anfangs treten Schadstellen von mit einem Durchmesser einer Münze ( ca. 1–3 cm Durchmesser) auf, die sich bis auf 12-15 cm ausbreiten können. Feuchtwarmes Klima mit Tagestemperaturen von 20–30 °C und kalten Nächten verursacht Morgentau und sorgt für besonders günstige Wachstumsbedingungen. Vorbeugend wirkt eine gute Rasenpflege. Trockene Böden, Filz und Nährstoffmangel fördern den Pilz. Die Beregnung früh morgens laufen lassen, nicht abends. So kann der Rasen wieder schnell abtrocken.

Die Übertragung des Pilzes erfolgt durch Werkzeug, Schuhe, Tiere und Wind. Die gründliche Reinigung des Arbeitswerkzeugs verhindert eine weitere Ausbreitung. Eine chemische Bekämpfung des Pilzbefalls ist möglich. Als Nachsaat der Lücken empfehlen sich die bekannten Regenerationsmischungen wie Topsaat Turbo oder UFA Highspeed Regeneration. Für eine effizente Behandlung kontaktieren Sie uns.

Siehe auch

Spinnennetze im Rasen = Dollarspot