Rasenernährung

Die starke Belastung auf Sportplätzen fordert den Gräsern vieles ab. Die Rasengräser  benötigen neben Licht und Wasser natürlich auch Nährstoffe. Mit der optimalen Düngung wird die dichte, dunkelgrüne Grasnarbe gefördert, die Wurzeltiefe verbessert und somit auch die Belastbarkeit gesteigert. Die Hauptnährstoffe, die benötigt werden, sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium. Es werden noch weitere kleinere Mengen an Nährstoffen benötigt, diese nennt man Spurenelemente. Im Merkblatt findet man deren Funktion.

Merkblatt Nährstoffe und ihre Funktion

Wirkung von Rasendünger Trüb für Grün AG

Die Bodenstruktur und das Bodenlebewesen spielen eine entscheidende Rolle für den Nährstoffhaushalt. Auch Luft, Wasser und Wärme muss im Boden vorhanden sein, damit die Mikroorganismen die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar machen können.

Grundsätzlich gilt bei den Nährstoffen das Gesetz vom Minimum. Alle Nährstoffe müssen genügend und vor allem im Verhältnis vorhanden sein. Eine Überdüngung wirkt sich ebenso negativ aus wie eine Unterversorgung. Wer alle 3-5 Jahre eine Bodenprobe entnimmt und diese analysiert, kann bedarfsgerecht düngen.

Tipp für die Düngung:

  • 3-6 Düngergaben pro Jahr, verteilt auf Ende März bis Oktober
  • Kreuzweise mit der halben Menge auf den frisch gemähten Rasen ausbringen
  • Ausbringen vor Niederschlägen oder danach einwässern
  • Ausbringen bei über 8° Bodentemperatur
  • Als Faustregel gilt 20-40g Reinstickstoff, je nach Platzaufbau und Nutzungsintensität

Sanierung Fussballplatz Einsiedeln

Der Trainingsplatz Schlyffi vom FC Einsiedeln ist vor über 30 Jahren auf einer alten Moorlandschaft aufgeschüttet worden. Über die Jahre haben sich da nun viele Senkungen gebildet. Bei der diesjährigen Sanierung wurde nicht nur ausgeebnet, es wurden auch neue Sauger- und Sammelleitungen angelegt.

Auf die bestehende Rasentragschicht wurden fünf Zentimeter neue Fertigrasentragschicht aufgebracht. Für einen guten Wasserabfluss sorgen die frisch eingezogenen Sickerschlitze, die in einem Abstand von einem Meter angelegt wurden. Im folgenden Video sehen Sie den Bau.

Instandstellung der Rasenflächen nach Zürifäscht

Das Zürifäscht ist eine der vielen Veranstaltungen, die in der Stadt Zürich rund um das Seebecken statt finden. Die Rasenflächen werden dabei oft arg in Mitleidenschaft gezogen. Da sich diverse Veranstaltungen aneinander reihen, bleibt oft nicht viel Zeit für die Erholung des Rasens. Dieses Jahr haben wir die 12’000 m2 im Arboretum Zürich mit vertikutieren, 75 Tonnen kalkarmen Sand ausbringen, Schlitznachsaat und Tiefenaerifizierung mit Hohlzinken wieder in Schwung gebracht.

Rasensanierung Zürifäscht1

Das Arboretum steht neben den Festen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung, ist deshalb stetig in Gebrauch und einem hohen Nutzerdruck ausgesetzt. Diese Umstände widerspiegeln sich auch bei unseren Regenerationsarbeiten. Die Flächen sind oft nur früh am Morgen frei. Kurz nach unseren Arbeiten nimmt die Bevölkerung das Grün wieder in Beschlag.

Grundsätzlich wird der Rasen im Arboretum nicht bewässert. Hier gibt die Natur die Geschwindigkeit der Regeneration vor. Da Wasser ein entscheidender Faktor für das Wachstum und die Regeneration darstellt, haben wir mit unseren Geräten bei heissem Sommerwetter nachgeholfen. Ziel war es, in kürzester Zeit möglichst viel Wasser auszubringen. Dies geschah zweimal frühmorgens mit total 223’000 Liter Wasser, was ungefähr 18 mm/m2 entspricht.

Rasen wässern im Arboretum Zürich

Sanierung Rasentragschicht Stadion Letzigrund

Die Rasentragschicht im Letzigrund musste aufgrund der nachlassenden Wasserdurchlässigkeit und dem hohen Tonanteil saniert werden. In drei Schritten wurde das ganze Spielfeld überarbeitet. Dieses Jahr war das letzte Drittel an der Reihe. Nach dem Abfräsen der Grasnarbe mit der Korofräse wurden die oberen zehn Zentimeter Rasentragschicht ausgebaut und abgeführt. Die unteren zehn Zentimeter wurden mit neuem Sand vor Ort aufgemischt und wieder eingebaut, planiert und mit Rollrasen belegt.

Sportplatzbaumaschine D3

Die neue Caterpillar D3 ist bei uns eingetroffen und hat sich bestens bewährt für den Sportplatzbau. Die Maschine ist lasergesteuert und hilft uns beim Einbau von Drain- und Rasentragschichten. Zusätzlich kann sie mit einer Grabenfräse oder dem Schlitzpflug ausgerüstet werden.

D3 mit Schlitzpflug
D3 mit Schlitzpflug

 

Wurzelwachstum Rasen

Rund die Hälfte des Bodenvolumens ist oder sollte Luft sein. Denn nicht nur die oberirdischen, sondern auch die unterirdischen Pflanzenteile brauchen Luft.

Die beste Wurzelbildung findet bei 10 – 18°C statt. Bei tieferen und höheren Temperaturen findet viel weniger bis kein Wachstum statt.

Folgende Faktoren beeinflussen die Wurzelbildung:

  • vorhandene Luft im Boden
  • Bodenaktivität
  • Bodentemperatur
  • Wasser
  • Nährstoffe
  • Rasenschnitthöhe
Rasenschintthöhe1.jpg

Die Schnitthöhe ist auch ein Faktor, der das Wurzelwachstum beeinflusst. Die Gräser versuchen, zwischen Blatt- und Wurzelmasse ein Gleichgewicht herzustellen. Die Schnitthöhe sollte im Sommer ab Juni 1 – 1.5 cm angehoben werden. Bei mehr Blattmasse (=mehr Photosynthese) können auch mehr und tiefer reichende Wurzeln gebildet werden. So kann sich die Graspflanze bei Trockenperioden sicher länger selber versorgen.

Rasenfibel_Otto Hauenstein Samen_Wassergabe

Stehen längere Trockenperioden an, muss tiefgründig gewässert werden. Das zeigt die folgende Darstellung. Bei Wassergaben von 15 – 20 Liter/m2 wird die Rasentragschicht ca. 15 – 20 cm tief befeuchtet. Mit einem Regenmessbecher oder einer Spatenprobe kann dies überprüft werden.

Wurzelwachstum fördern
Bodenbelüftung mit Vertidrain

Der Lufteintrag bei Sportrasen kann mittels aerifizieren wieder verbessert werden. Die stetige Benutzung des Platzes wird den Lufthaushalt im Boden zunehmend wieder verschlechtern. Genügend Bodenlockerungs- und Belüftungsmassnahmen sind demnach einzuplanen.

Flüssigdüngung von Rasen

Spritzen gegen Unkraut

Eine Flüssigdüngung im Rasen kann eine gute Alternative und/oder Ergänzung zum granulierten Rasendünger sein. Sie wirkt extrem rasch und bringt einen schnellen Effekt gegenüber den granulierten Rasendüngern. Auf der Abbildung sehen Sie die Arbeiten kurz vor einem wichtigen Event/Anlass auf dem Rasen. In vielen Stadien ist die Flüssigdüngung nicht mehr wegzudenken. Sie kann ebenfalls zur Revitalisierung nach Rasenkrankheiten eingesetzt werden, um die Gräser zu stärken, oder auch in Kombination nach oder zusammen mit einer Pflanzenschutzmassnahme. Vorteile einer Flüssigdüngung im Rasen:

  • rasche Aufnahme* des Düngers
  • schneller und gezielter Effekt
  • wenig Nährstoffverluste
  • kein oder weniger Stosswachstum
  • kleineres Umweltrisiko, da keine Auswaschungen

eingesetztes Produkt auf Abbildung Elevate Fe, 6-0-0 + 5 Fe

Aufnahmezeiten bei der flüssigen Variante:

Wirkstoff

Stickstoff

Phosphat

Kali

Eisen

Kürzel

N

P

K

Fe für schnelles Grün

Aufnahmezeit

ca. 6 Stunden

ca. 3 – 5 Tage

ca. 1 – 3 Tage

ca. 10% alle 24 Stunden

Dichte Grasnarbe mit Schlitzsaat

Für eine dichte Grasnarbe ist die Übersaat eine sehr wichtige Massnahme. Kahle stellen werden wieder von neuen Grassamen besetzt. Das Unkraut hat so geringere Chancen aufzukommen. Auch bei Rasenflächen mit Poa annua (einjähriges Rispengras) sollte mit neuem guten Saatgut gearbeitet werden. Bei Ausfall von der einjährigen Wiesenrispe haben wir die Chance, dass neue gute Gräser nachkommen. Das Saatgut sollte dabei möglichst in die oberste Schicht der bestehenden Grasnarbe eingebracht werden. Dies geschieht am besten mit der Schlitznachsaatmaschine (Overseeder).

DSC_0025_R

Die Scheiben, welche in einem Abstand von 3 cm angelegt sind, schneiden eine kleine Kerbe in die Grasnarbe und legen dort den Samen behutsam ab. Der kostbare Samen liegt so am idealsten Ort zur Keimung. Leicht beschattet von den bestehenden Gräsern, geschützt vor Wind und mit direktem Bodenkontakt, hat der Samen beste Voraussetzungen zum Gedeihen.

 Ein positiver Nebeneffekt der schneidenden Scheiben in die Grasnarbe ist, dass die Seitentriebe der Ausläufer treibenden Gräser (Wiesenrispe, Poa pratensis) angeschnitten und dadurch zum Wachstum angeregt werden, was wiederum zu einer dichteren Grasnarbe führt.

Die Übersaat wird in abgespielten Bereichen oder bei schlechter Kombination der bestehenden Rasengräser eingesetzt. Die Häufigkeit richtet sich nach dem Bedeckungsgrad der Grasnarbe und der Gräserzusammensetzung. Idealerweise folgt auf die Nachsaat eine Spielpause, so hat der Samen die Möglichkeit aufzukommen.

DSC_0037_R

Engerlinge des Junikäfers im Rasen

Die Engerlinge des Junikäfers lieben das trockene Wetter. Gerade im Sommer 2018 hat der Käfer sich stark ausgebreitet. Er frisst die Wurzeln der Gräser ab, es entstehen braune Flecken im Rasen. Die Krähen, der Igel, der Dachs und sogar das Wildschwein graben nach den Engerlingen, welche eine beliebte Nahrungsquelle der Wildtiere darstellen. Gerade dies verursacht weitere, zum Teil enorme, Schäden auf den Sportplätzen.

Die Bekämpfung ist nur biologisch möglich und zwar mit dem Pilz Metarhizium, welcher auf einem sterilisierten Gerstenkorn sitzt. Bringt man diesen Pilz aus, muss anschliessend auf genügend Feuchtigkeit im Boden geachtet werden, so dass er sich ausbreiten kann und nicht vertrocknet. Möglicher Behandlungszeitraum ist März bis Juli und September bis Anfangs Oktober. Der Junikäfer entwickelt sich über zwei Jahre vom Ei zum Käfer und ist nur im Larvenstadium bekämpfbar.

Hier das Datenblatt Junikäfer zum Download:

Datenblatt Engerlinge des Junikäfers